Im Podcast „Mikro trifft Makro – Das Finanzmarktgespräch“ sprechen Deka-Chefvolkswirt Dr. Ulrich Kater und Moderator Dirk Huesmann über alles, was die Welt und die Börsen aktuell bewegt. Dabei gehen sie auf tagesaktuelle Ereignisse ein und beleuchten die Hintergründe des Marktgeschehens. Grundlegende Marktmechanismen und -zusammenhänge werden immer wieder ein Thema sein. Reinhören lohnt sich:
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Lesen Sie hier die wöchentliche Kolumne von Dr. Ulrich Kater mit seiner Einschätzung zu aktuellen Themen aus der Finanzwelt:
Die gerade gestartete Fußball-Weltmeisterschaft hat in der Breite keine Auswirkungen auf die Kapitalmärkte. Umso stärker sind dagegen die Einflüsse der geopolitischen Spannungen, die auch im Fußballturnier durchscheinen. Auch in der abgelaufenen Handelswoche gab es wieder den Gegensatz zwischen fortgesetzten Militäraktionen der Kriegsparteien im Nahen Osten und die fast schon üblichen Ankündigungen des US-Präsidenten über substanzielle Fortschritte bei der Beendigung des Irankriegs. Letztere ließen gegen Ende der Handelswoche die Aktienmärkte wieder aufatmen. Trotzdem tun sich die Rohstoffanalysten schwer bei der Abschätzung, wie lange die Reserven an fossilen Energieträgern noch ausreichen, um einen halbwegs reibungslosen Ablauf der Weltwirtschaft zu ermöglichen. In der vergangenen Woche hielt sich der Rohölpreis weiterhin unter der 100 Dollar-Marke und sackte nach den Aussagen der US-Administration weiter deutlich ab. Um den Preisdruck, der durch die bisherige Verteuerung von Energie in den europäischen Volkswirtschaften zu spüren ist, abzufedern, hat die europäische Zentralbank in dieser Woche ihre Leitzinsen angehoben. Mit den höheren Energiekosten durch den Irankrieg waren im bisherigen Jahresverlauf wieder Inflationsgefahren aufgekommen, wenngleich das Ausmaß bei weitem nicht so groß ist wie nach Ausbruch des Ukrainekriegs. Noch ist kein langfristiger Inflationsprozess in Gang gekommen, und die geldpolitische Straffung ist eine präventive Maßnahme dafür, dass dies auch so bleibt. Die erste Leitzinserhöhung nach knapp drei Jahren war gut vorbereitet und hat am Finanzmarkt niemanden mehr überrascht. Daher waren die Zinsen bei Anleihen oder Krediten bereits im Vorfeld angestiegen und haben auf die jetzige Zinsentscheidung nicht mehr reagiert.
Veröffentlicht am: 12. Juni 2026
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